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Experten im Gespräch

Senior-Coach Gian Carlo Manzoni aus Mailand im Gespräch mit METALOG® über die Coaching-Werkzeuge MeBoard und SolutionBoard und wie er sie in seiner Arbeit einsetzt.

MeBoard

METALOG®: Was hat Sie inspiriert, als wir zu Beginn der Entwicklung Ihnen die ersten Entwürfe des MeBoard gezeigt haben?
Gian Carlo Manzoni: Als ich den ersten Prototypen des MeBoard in der Hand hatte, dachte ich sofort an ein Vier-Quadranten-Tool und damit verbunden an zahlreiche Management-Modelle wie z. B. die SWOT-Analyse, das Deming-Rad aus der Qualitätssicherung oder natürlich die Lean-Management-Welt. Aber auch für Lernerfahrungen mit Persönlichkeits- und Motivationskonzepten wie MBTI, DISG oder Insights Discovery hielt ich dieses Tool für sehr gut geeignet.

Wofür benutzen Sie das MeBoard in Ihren Coaching-Sitzungen?
Das MeBoard ist wie ein Wegweiser durch die innere Welt des Klienten. Es bietet in der gemeinsamen Arbeit eine Art bebilderte Navigationshilfe. Wie ein Kompass gibt es Hinweise über den richtigen Weg und erzeugt Aha-Erlebnisse bezüglich der Ziele. Außerdem hilft es bei der Klärung zentraler Fragestellungen des Klienten.

Was sind typische Klienten und Anliegen, bei denen Sie das MeBoard einsetzen?
Ich habe das MeBoard z. B. bei einem Coaching-Auftrag eines großen Lebensmittelkonzerns verwendet, um einer Führungskraft in einer Art „Life Coaching“ Hilfestellung nach einem längeren Krankenhausaufenthalt zu geben. Dabei ging es vor allem um das Neudefinieren von eigenen Rollenvorstellungen und Zielen. Ein anderer Auftrag, bei dem ich das MeBoard eingesetzt habe, lag im Bereich Qualitätsmanagement eines Unternehmens: In den monatlichen Sitzungen diente uns das MeBoard als Wegweiser für junge Führungskräfte. Die Themen drehten sich vor allem um Emotionen, wünschenswerte Verhaltensweisen und Einstellungen am Arbeitsplatz.

Woran erinnern sich die Klienten nach den Sitzungen mit dem MeBoard?
Das MeBoard ist wie ein Spiegel für das private und berufliche Leben. Es erlaubt, an bestimmte Themen mal ganz nah ranzugehen, um Details zu sehen, oder auch mal ganz weit weg davon, um einen neuen Überblick zu bekommen. All das ist möglich durch die Verbindungen, die zwischen den Bildern entstehen, und auch durch die Aussagen, die man zu den Bildern oder frei an anderen Stellen des Boards anheften kann. Der Klient erinnert sich an die Sitzung wie an eine bilderreiche Reise ins eigene Innere. Dabei verknüpfen die Klienten die von ihnen ausgewählten Fotos mit besondere Bedeutungen, die zu Kraftquellen und neuen Einsichten führen. Der Dialog zwischen den Fotos und den gewählten Bezeichnungen führt zu Aha-Effekten, die am Ende des Prozesses in einem Fazit in der Mitte des Boards kulminieren.

Wie benutzen Sie das MeBoard bei der Arbeit mit Gruppen?
Das MeBoard mit seinen Fotos und Notizen kreiert eine neue Ideenwelt und kann ein wichtiger Katalysator für die Produktivität der Gruppe sein. Es ist wie ein visuelles Meeting-Tool, bei dem die emotionalen Fotos einen Raum für Visionen, Werte, Aktionen und Ergebnisse öffnen. Das MeBoard gibt eine Antwort auf die Frage: „Was ist wirklich wichtig?“ Es ermöglicht den Zugang zur treibenden Kraft der Veränderung. Und es ist wie ein Mandala, das für Einheit und Ganzheit steht.

SolutionBoard

Wenn Sie die beiden Coaching-Werkzeuge MeBoard und SolutionBoard miteinander vergleichen: Worin unterscheiden sich die Charaktere der beiden Tools?
Das MeBoard ist die emotionale Seite des SolutionBoards. Ich würde sagen, dass das MeBoard gleichzeitig einen guten Zugang, aber auch einen schönen Abschluss zum SolutionBoard bietet: zu Beginn, wenn man es zum Brainstorming und zur Orientierung verwendet. Und für den Abschluss, wenn es darum geht, welche Ziele der Klient hat und was nun die „konkreten Schritte am Montagmorgen“ sein werden.

Was sind typische Klienten und Anliegen, bei denen Sie das Solution-Board einsetzen?
Bei einem Kunden aus der Automobilbranche habe ich das SolutionBoard eingesetzt, um Teammanagement zu visualisieren und zu erforschen. Es ging dabei um das Erreichen verschiedener Ziele unter dem Aspekt der zeitlichen Restriktionen. Und darum, wie es gelingen kann, unter Druck im Alltag immer noch positiv zu motivieren und eine wertschätzende Arbeitsatmosphäre im Team aufrechtzuerhalten. Mit einer Gruppe von Beratern aus dem Bereich Unternehmenssicherheit habe ich das SolutionBoard eingesetzt, um ein und dieselbe Arbeitssituation aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Wir nutzten das Tool zur Reflexion in der Gruppe und entwickelten eine Handlungsanleitung und ein übergeordnetes Motto: „Sicherheit ist unsere Vision und unsere Verantwortung.“ Das SolutionBoard ist für mich hauptsächlich ein Tool, um Klienten zu mehr Selbstbestimmung zu verhelfen. Es ist wie ein haptisches Modell des eigenen Lebens, das dabei hilft, um die Ecke zu denken. Der Klient lernt zu verstehen, dass Probleme nicht feststehende Wirklichkeiten sind, sondern immer in Wechselwirkungen eingeflochten und so gesehen natürlich beeinflussbar sind. So wird es möglich, abzubilden, was passiert: Die Beteiligten, die Zeit und der Raum werden entschleunigt dargestellt und neue Möglichkeiten des konkreten Handelns werden entwickelt. So werden die Klienten zum Erfinder und Entwickler der eigenen Geschichte.

Welche Tipps können Sie den Lesern zur Weiterentwicklung ihrer eigenen Arbeit mit dem SolutionBoard geben?
Mir gefällt Arthur Youngs Beschreibung von der Selbstorganisation natürlicher Systeme. Er nutzt einen Ansatz, in dem es sieben Stufen für die Entwicklung von der Freiheit hin zur Beschränkung und dann wieder hin zu einer neuen Freiheit gibt. In seinem Sinne empfehle ich sieben Stufen mit dem SolutionBoard: sieben Momente der Visualisierung, in denen es dem Klienten ermöglicht wird, die Freiheit der Bewegung zu erfahren und zugleich ein Bewusstsein über mögliche Begrenzungen zu entwickeln Selbstklebende Haftnotizen können dazu verwendet werden, bestimmte Bereiche und Figuren des SolutionBoard zu markieren, um einen guten Überblick zu behalten. W-Fragen (Wer? Wo? Wann? Was? Wie?) bieten eine tolle Möglichkeit, die Visualisierung zu unterstützen. Besonders wichtig ist dabei, den Klienten in eine Lösungsorientierung zu bekommen. Dabei hilft natürlich die eingebaute Skala besonders gut. Darüber hinaus ist es möglich, den Klienten zu Beginn ein Bild über das Problem malen zu lassen und am Ende ein Bild zur Lösung. Die Bilder können dann gut als Erinnerungsanker dienen.

Gian Carlo Manzoni arbeitet seit mehr als 15 Jahren als Coach und Berater. Seine Hauptkunden sind internationale Großkonzerne der Automobil- und Lebensmittelbranche, die besonders seinen intuitiven Coaching-Stil schätzen. Er begreift sich als „stetig Lernender“ und ist Absolvent unzähliger Zusatzqualifikationen. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Mailand.