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Kreieren statt konsumieren
Erfahrungsorientierte Lernmethoden im Berufsschulunterricht (Nicoletta Dolic, Stephanie Schöllkopf)

Die Autorinnen zeigen, wie es ihnen gelingt, ErfahrungsOrientierte Lernmethoden für den Unterricht in der Berufsschule maßzuschneidern. Sie setzen METALOG® training tools zur Förderung von sozialem Lernen und für konkrete Lerninhalte ein. Dabei wird deutlich, dass Inhalte, die mit persönlicher und emotionaler Erfahrung vermittelt wurden, bei den Schülerinnen und Schülern langfristig verankert werden können.
METALOG® training tools: CultuRallye, Team², Complexity, KommunikARTio


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Einführung

„Lernen ist am besten, wenn die Lernenden kreieren, statt zu konsumieren.“
Mit diesem Zitat spricht Dave Meier (2004: 121) uns direkt aus dem Herzen, denn auch wir verstehen Schule und Lernen als einen „kre-aktiven“ Prozess, wenngleich unser Schulalltag häufig anders aussieht. Wir sind Lehrerinnen an der Robert-Bosch-Schule (RBS) Ulm, einer gewerblichen Berufsschule. Sie ist mit 3.500 Schülerinnen und Schülern, verschiedenen Schularten in fünf verschiedenen Abteilungen und 170 Lehrkräften eine der größten Schulen Baden-Württembergs

Alltag an der RBS Ulm
Wir werden als Lehrerinnen in unterschiedlichen Schularten wie Berufsschule, Berufskolleg, Fachschule für Technik und Meisterschule für Kraftfahrzeugtechnik eingesetzt. Somit sind wir vorwiegend in der Erwachsenenbildung tätig. Da an der RBS Ulm überwiegend männlich dominierte Berufe ausgebildet werden (Kraftfahrzeugtechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik), sind sowohl das Lehrpersonal als auch die Schülerklientel vorwiegend männlich. Frauen sind in diesen Berufen noch selten, ebenso sind weibliche Lehrkräfte dieser technischen Fächer rar. Die wenigen unterrichtenden Frauen finden sich hauptsächlich in den allgemeinbildenden Fächern.

In der Berufsschule steht meist der fachtheoretisch orientierte Unterricht im Vordergrund, was auch dem Wunsch der Betriebe entspricht. Daraus ergibt sich ein geringerer allgemeinbildender Anteil an der Stundentafel. Dennoch findet seit geraumer Zeit ein Umdenken statt, auch die Betriebe legen Wert auf eine solide Allgemeinbildung. In der Regel besuchen die Auszubildenden einmal pro Woche ganztägig den Berufsschulunterricht.

Für uns als Lehrer bedeutet dies häufige Klassenwechsel, wenig Zeit für das Vermitteln prüfungsrelevanter Inhalte und kaum Raum für außerunterrichtliche Belange. Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit, den Unterrichtsstoff möglichst so aufzubereiten, dass sich eine hohe Behaltensquote bis zur kommenden Woche ergibt. Vor allem im Kinder- und Jugendbildungsbereich wurden in den letzten Jahren neue Studien zur Unterrichtsdidaktik und - methodik durchgeführt, die durchaus neue Ansätze für erfolgreiches Lernen brachten.

Allerdings sind diese Ergebnisse nur bedingt auf die Erwachsenenbildung übertragbar. Somit stellte sich uns die Frage, wie wir in unserem Tätigkeitsfeld erfolgreiches Lernen bewerkstelligen können. Die Antwort fanden wir im ErfahrungsOrientierten Lernen (EOL) mit den METALOG® training tools, die es uns ermöglichen, Lernen in der Erwachsenenbildung zu innovieren und erfolgreicher gestalten.

„Sage es mir und ich werde es vergessen. Zeige es mir und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun und ich werde es können.“
Schon Konfuzius beschreibt, wie wichtig Handlungsorientierung im Zusammenhang mit Lernen ist. Doch meist sieht Unterrichtsalltag anders aus: Der Lehrer vermittelt frontal einen bestimmten Stoff, der für die Schülerinnen und Schüler relevant ist. Genau hier sehen wir die große Chance bei der Verknüpfung von Unterrichtsinhalten mit den METALOG® Tools. Der Fokus kann weg vom Lehrer, hin zu den Schülerinnen und Schülern und deren erfahrungsorientiertem Lernen gerichtet werden. Denn „Wissen ist nichts, was sie [die Schüler] absorbieren, Wissen ist etwas, das sie erschaffen!“ (Meier 2004: 125).

Praxisbeispiel KultuRallye: Neuorientierung und Regelfindung

Das Lernprojekt KultuRallye setzen wir gerne in Klassen der Berufsfachschule Grundstufe I ein, die neu zusammengesetzt ihre Ausbildung an der Schule beginnen. Die Auszubildenden erleben gerade zu Beginn ihrer Berufsausbildung – durch den Einstieg in die Arbeitswelt – die Trennung von ihrer Familie und ihrem bisherigen Lebensumfeld (Bildungsplan 1998: 13). Es gilt, sich auf die neue Lebenssituation an der beruflichen Schule einzustellen und diese anzunehmen.

Konkret bedeutet dies, dass der bisher vertraute Klassenverband und oftmals auch der alte Freundeskreis fehlen. Die Schüler kennen sich nicht und werden aus verschiedenen Schularten in einer Klasse zusammengewürfelt. Die bisher gültigen Regeln der Kommunikation, des Zusammenlebens und Lernens in der Klassengemeinschaft sind aufgehoben, neue Regeln hingegen zumindest nicht explizit definiert. Vieles ist unausgesprochen, es überwiegt das Gefühl der Unsicherheit. Nicht zuletzt sind Besetzung und Verteilung der Rollen in der neuen Klassengemeinschaft unklar.

In den ersten Unterrichtsstunden im Fach Deutsch steht das Thema „Einstieg in den Beruf durch Sprache und Medien“ auf dem Lehrplan. Somit rücken Kommunikation und Zusammenarbeit in den Fokus. Hier bietet es sich an, mithilfe der METALOG® Methode und des Tools KultuRallye die Klasse Gesprächsregeln formulieren und vereinbaren zu lassen.

Tab. 1: Für die Aufgabe hergestellte Isomorphie des METALOG® training tools KultuRallye

Element im Lernprojekt Element in der reale Welt
Becher Instrumente, Arbeitsabläufe, Lernmittel
Würfel Arbeitsmittel, Arbeitsabläufe, Lernmittel
Regeln Regeln, Werte, Normen, Sprache
Eigener Tisch Herkunft, Peer Group, Familie
Anderer Tisch Arbeitswelt, Schule, Klasse, neue Gruppe

Auswertung
Das Lernprojekt KultuRallye wird wie im Tool-Register beschrieben durchgeführt (vgl. S. XYZ). Nach dem finalen Tischwechsel der Sieger wird die Auswertung in Angriff genommen. Dazu lösen wir die Tisch- und Spielanordnung auf und lassen die Schülerinnen und Schüler im Stuhlkreis Platz nehmen.

Die offene Frage „Was habt ihr erlebt?“ ermöglicht allen Schülerinnen und Schülern, Stellung zu nehmen und von ihren Erfahrungen und Einschätzungen zu berichten. Äußerungen wie „Ich konnte meine Verständnisschwierigkeiten den anderen nicht erklären“, „Die haben einfach nicht kapiert, was ich meine“, oder „Ich hatte das Gefühl, falsche Zeichen zu machen, obwohl ich mir doch Mühe gegeben habe“ schildern anschaulich die soeben erlebten Schockmomente.

Diese zumeist verwirrenden Erfahrungen versuchen wir aufzufangen, indem wir durch gezielte Fragen den Zusammenhang zwischen dem Lernprojekt und der Situation in der Klasse thematisieren. Schnell können die Schüler formulieren, dass eine Parallele zwischen dem eben Erlebten und ihrer Situation in der Klasse besteht. Zuweilen kommt von den Schülern ohne weiteren Lehrerimpuls der Hinweis darauf, dass für die Klasse Regeln vereinbart werden müssen, die es allen ermöglichen, wertschätzend miteinander zu kommunizieren.

Sicherung und weitere Verwendung der Ergebnisse im Unterricht
Um das Erlebte für die Klasse nachhaltig und wieder abrufbar zu machen, gilt es nun, die bereits angesprochenen Regeln zu bündeln. Im Think! Pair! Share!-Verfahren (Brüning & Saum 2009: 15 ff.). erarbeitet die Klasse gemeinsam Gesprächsregeln, die in Zukunft für die Klasse gelten sollen. Dazu reflektieren (Think) die Schülerinnen und Schüler zunächst nochmals für sich alleine die Regeln, die für das weitere gemeinsame Zusammenleben und -lernen in der Klassengemeinschaft hilfreich sein können. Hierauf folgt die Phase der Partnerarbeit (Pair). Dabei werden die gefundenen Regeln mit dem Nebensitzer ausgetauscht. Des Weiteren werden die eigenen Überlegungen mit dem Partner in der Diskussion vertieft. Abschließend präsentieren einige Schülerinnen und Schüler die in der dritten Phase (Share) erarbeiteten Ergebnisse im Plenum.

Schließlich werden die Gesprächsregeln im Klassenzimmer an die Pinnwand gehängt und gelten für die weitere Zusammenarbeit in der Klasse. So kann im Unterricht immer wieder, sowohl von den Lehrern als auch von den Schülern selbst, auf die gemeinsam vereinbarten Gesprächsregeln verwiesen werden. Dass die erarbeiteten Regeln die der Klasse sind und nicht von uns Lehrern vorgegebenen wurden, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass sie den Schülerinnen und Schülern im Unterricht präsent sind und von den Schülern selbst auf ihre Einhaltung hingewiesen und bestanden wird.

Praxisbeispiel Team²: Konflikte

Dieses Lernprojekt verwenden wir sehr gerne, um den Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Technik einen erfahrungsorientierten Einstieg in die Lehrplaneinheit „Konflikte“ zu ermöglichen. Gemäß Lehrplan sollen die Schüler im Fach Betriebliche Kommunikation in der Fachstufe II „Konfliktsituationen beschrieben und analysieren [können]. Sie entwickeln sowohl eine differenzierte Wahrnehmung sozialer Prozesse als auch eine differenzierte Selbstwahrnehmung. Dabei wird ihr Verständnis für die Eigenart und Dynamik innerer und zwischenmenschlicher Konflikte gefördert. Zudem werden sie befähigt, erfolgreich bei der Konfliktbewältigung vorzugehen.“ (Bildungsplan 1999: 21).

Element im Lernprojekt Element in der reale Welt
Gleich große Quadrate Zu erledigende Aufgaben
Einzelne geometrische Teile Teilaufgaben, Ressourcen
Abgeklebte Tischbereiche Abteilungen, situativer Kontext, Persönlichkeit/Individuum
Gemeinsamer Arbeitsbereich Großraumbüro, Fertigungsinsel
Einzelarbeit an eigenem Quadrat Fokus auf die Erledigung der eigenen Aufgabe
Gemeinsame Arbeit an den Quadraten Teamarbeit

Um eine Sensibilisierung für Konfliktarten, Konfliktformen und Konfliktursachen etc. zu erreichen, eignet sich Team² besonders, da diese Themenkomplexe in der Durchführung erfahren werden können.

Tab. 2: Für die Aufgabe hergestellte Isomorphie des METALOG® training tools Team²

Auswertung, Sicherung und weitere Verwendung der Ergebnisse im Unterricht
Das Lernprojekt Team² wird wie im Tool-Register beschrieben durchgeführt (vgl. S. XYZ). Mit der Erkenntnis, dass die Lösung nur gemeinsam und unter Zurückstellen der eigenen Interessen möglich ist, gelingt der Gruppe die Aufgabe. Große Erleichterung empfinden dabei vor allem die Schülerinnen und Schülern, die nicht oder nur wenig zur Lösung beitragen konnten.

Unbedingt notwendig ist die Auswertung des Lernprojektes, da sonst vorrangig der Spielcharakter des Tools bei den Schülerinnen und Schüler in Erinnerung bleibt. Dabei werden wie im Lehrplan vorgesehen sowohl sich aus dem Spielverlauf ergebende Konflikte bearbeitet (Verteilungskonflikt) als auch konkrete Konflikte aus dem betrieblichen Alltag beschrieben und analysiert. Daneben kann mit den Schülern im Unterrichtsgespräch ganz problemlos auch eine erste Definition des Begriffes Konflikt herauszufiltern werden

Um einen weiterführenden thematischen Transfer im Hinblick auf verschiedene Konfliktarten zu ermöglichen, werden anschließend die Ergebnisse gesichert, vertieft und in Bezug auf Konfliktformen und -arten weiterentwickelt. So lässt sich der weitere Themenbereich mit Leichtigkeit im Unterricht bearbeiten.

Praxisbeispiel Complexity: Führung

Ein weiteres Thema im Lehrplan der Fachschule für Technik im Fach Betriebliche Kommunikation ist der Bereich „Führung“: „Wegen der zunehmenden Komplexität von Arbeitsabläufen [müssen] Aufgaben an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter delegiert werden“ (Bildungsplan 1999: 35). Der Lehrplan weist dabei explizit auf den Zusammenhang von Delegation und Motivation hin.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Erkenntnis, dass Fachwissen umso mehr dem Führungswissen weicht, je höher die Führungsposition ist. Darüber hinaus können Führungskräfte und Teams häufig im Alltag erleben, welche Herausforderung es ist, unter Zeitund Erfolgsdruck zu stehen. Es stellt sich also die Frage, wie sich Teams in ihren Arbeitsabläufen organisieren können und wie es Führungskräften gelingt, diese optimal zu unterstützen.

Zur Einführung dieses Themenbereichs und zur Sensibilisierung für die vom Lehrplan geforderten Inhalte hat sich das Tool Complexity im Unterricht bewährt.

Element im Lernprojekt Element in der reale Welt
Führungsteam Führungsteam, Chef
Mitarbeiterteam Mitarbeiterteam, Abteilung
Internetcafé Abteilung, Arbeitsbereich, Fertigung
Internetseiten (Plättchen) Einzelne Arbeitsschritte
Zeitlimit Zeitmanagement bei Fertigungsprozessen/ Projektabgabe
Durchführung des Prozesses Teamarbeit – meist durch Selbstorganisation des Mitarbeiterteams

Tab. 3: Für die Aufgabe hergestellte Isomorphie des METALOG® training tools Complexity

Auswertung
Das Lernprojekt Complexity wird wie im Tool-Register beschrieben durchgeführt (vgl. S. XYZ). Irgendwann gelingt es dem Mitarbeiterteam, die geforderte Zeit zu unterbieten. In der Regel sieht das Mitarbeiterteam den Erfolg in der eigenen Leistung, völlig entkoppelt vom Führungsteam.

Um die Erfahrungen für den weiteren Unterricht zum Thema Führung nutzen zu können, ist eine zielgerichtete Auswertung notwendig. Allein durch die Beschreibung der Schüler, was sie erlebt haben, kann sehr schnell abgeleitet werden, was von Führungspersonen erwartet wird und wie die Realität in Bezug auf Kompetenzverteilung aussieht. So wird deutlich, dass Mitarbeiter weniger konkrete Anweisungen aus der Führungsetage erwarten als vielmehr Wertschätzung und Motivation. Durch das Übertragen des Erlebten auf den beruflichen Alltag kann zudem der Aufgabenbereich einer Führungsperson definiert werden.

Sicherung der Ergebnisse und weitere Verwendung im Unterricht
Um das Erlebte mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft abzugleichen, arbeiten wir vertiefend mit einem Zeitungsartikel mit der Überschrift „Das ist der perfekte Chef“ weiter (Südwest Presse 2010: 39). Für gewöhnlich stellen die Schülerinnen und Schüler fest, dass ihre eigenen Erfahrungen und Empfindungen während des Lernprojekts mit den Ergebnissen der im Artikel zitierten Studie übereinstimmen.

Praxisbeispiel KommunikARTio: Kommunikation

Dieses Tool kann bei mehreren Themen eingesetzt werden. Schwerpunktmäßig verwenden wir es in der Fachschule für Technik im Fach Betriebliche Kommunikation im Rahmen der Lehrplaneinheit Kommunikation. Die Fachschülerinnen und -schüler sollen hier die „Vielschichtigkeit der Kommunikation [erfassen] [...] und können über Kommunikation reflektieren.“ (Bildungsplan 1999: 30). Dazu ist es notwendig, dass die Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein für die Grundlagen der Kommunikation entwickeln.

Element im Lernprojekt Element in der reale Welt
Augenbinden Blindheit für andere/anderes
Verschiedene Formen Verschiedene Vorstellungen
Verschiedene Farben Abgrenzung/Zugehörigkeit
Sprache Werkzeug der Lösungsfindung

Tab. 4: Für die Aufgabe hergestellte Isomorphie des METALOG® training tools KommunikARTio

Auswertung, Sicherung der Ergebnisse und Weiterführung im Unterricht
Das Lernprojekt KommunikARTio wird wie im Tool-Register beschrieben durchgeführt (vgl. S. XYZ). Wenn es den Schülern gelungen ist, die Aufgabe zu lösen, wird im Gespräch ihr Erleben dabei thematisiert. Danach findet der Transfer zum Thema statt: Jetzt wird analysiert, was zu Stillstand in der Aufgabenlösung geführt hat. Davon werden dann typische Kommunikationssperren abgeleitet. Darüber hinaus wird besprochen, was hilfreich bei der Lösung der Aufgabe war und warum. Somit können in der Nachbesprechung auch Kommunikationsstrategien zur Konfliktlösung erarbeitet werden.

Anschließend kann mit dem nun vorhandenen Verständnis für Kommunikationsstörungen und Ideen zu deren Lösung weitergearbeitet werden. Zunächst wird das Sender-Empfänger-Modell nach Friedemann Schulz von Thun eingeführt. Daran lassen sich die Störungen aus dem Lernprojekt nachvollziehen. Im weiteren Verlauf werden bereits vorhandene intuitive Kommunikationsstrategien (z. B. aktives Zuhören) bewusst gemacht und Alternativen vorgestellt.

Fazit

Wir setzen die METALOG® training tools bereits seit einigen Jahren im Unterricht ein und können feststellen, dass Inhalte, die mit persönlicher und emotionaler Erfahrung vermittelt wurden, bei den Schülerinnen und Schüler wesentlich präsenter sind als andere. Dies zeigt sich insbesondere bei unseren Technikerschülern in den Prüfungen: Häufig wird bei der Beantwortung der Aufgaben Bezug zu den Lernprojekten genommen, die im Unterricht durchgeführt wurden1 wurden, auch wenn diese Erlebnisse bereits zwei Jahre zurückliegen.

Auch die Berufsschulschüler erinnern sich lange nach Verlassen unserer Schule noch an die Stunden „mit dem Holzkoffer“. Nicht unser herkömmlicher Rechtschreibunterricht hat den Weg in ihr Langzeitgedächtnis gefunden, sondern Inhalte, die sie mit konkretem Erleben verknüpfen konnten.

Auch nach Jahren der Berufspraxis sind wir von großem Idealismus in Bezug auf unsere Aufgabe geprägt. Unser Alltag lässt uns allerdings nicht immer den Raum für besonderes Lernen, den wir uns wünschen würden. Mit der METALOG® Methode und den Tools haben wir für uns den benötigten „Kitt“ zwischen den Bedingungen und Anforderungen des Schulalltags einerseits und unserer Vision einer anderen Form der Wissensvermittlung gefunden.

Über die Autorinnen

Nicoletta Dolic und Stephanie Schöllkopf sind Lehrerinnen an der Robert-Bosch-Berufsschule in Ulm. Mit ihrer Begeisterung für das erfahrungsorientierte Lernen gelang es den beiden EOLTrainerinnen, bereits viele ihrer Kollegen von dieser Arbeitsweise zu überzeugen. Neben dem Einsatz von METALOG® training tools für soziales Lernen setzen die beiden die Methoden auch für fachliches Lernen ein. Sie verwenden zahlreiche Tools, um Ziele im Lehrplan zu erfüllen. Um die Nachhaltigkeit von EOL an ihrer Schule zu fördern, geben sie regelmäßig Fortbildungen für Kolleginnen und Kollegen.

Literatur

Bildungsplan für die Berufsschule, Band 1, Ergänzungsband, 1998, Lehrplanheft 7/1998.
Bildungsplan für die Fachschule, Band 1, Fachschule für Technik, Heft 1 Für alle Fachrichtungen,
Betriebliche Kommunikation, Lehrplanheft 8/1999.
Brüning, Ludger/Saum, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch kooperatives Lernen. Strategien zur Schüleraktivierung. Essen: Neue Deutsche Schule Verlagsgesellschaft, 2009.
Meier, Dave: Accelerated Learning. Handbuch zum schnellen und effektiven Lernen in Gruppen. Bonn: managerSeminare Verlags GmbH, 2004.